Nach einer Hochzeit beginnt oft eine Zeit, auf die sich viele Paare besonders freuen: die Flitterwochen. Endlich Ruhe, endlich Zeit zu zweit – so zumindest die Vorstellung.
Doch manchmal zeigt sich gerade in diesen ersten gemeinsamen Tagen, wie unterschiedlich Vorstellungen von „Entspannung“ sein können. Und genau darin liegt der Charme dieses Sketches.
„Erholsame Flitterwochen“ greift mit viel Humor eine ganz alltägliche Dynamik auf. Kleine Wünsche, gut gemeinte Fürsorge und ein bisschen Ungeduld treffen aufeinander – und sorgen für viele Lacher im Publikum.
Wie dieser Sketch als Hochzeitsspiel funktioniert
Dieser Sketch gehört zu den klassischen Dialog-Sketchen und lebt vor allem vom Zusammenspiel der beiden Darsteller.
Die Rollen sind bewusst überspitzt dargestellt:
- Eine Person übernimmt die eher bestimmende, organisierende Rolle
- Die andere reagiert geduldig, hilfsbereit – und gerät dabei immer mehr in Bewegung
Gerade diese Dynamik macht den Sketch so unterhaltsam. Wichtig ist dabei weniger Perfektion als ein gutes Timing und ein Gefühl für kleine Pausen.
Tipp:
Je ruhiger und „ernster“ die Darsteller spielen, desto stärker wirkt der Humor.
Tipp:
Je ruhiger und „ernster“ die Darsteller spielen, desto stärker wirkt der Humor.
Vorbereitung für den Sketch „Erholsame Flitterwochen“
Benötigte Materialien
- 1 weibliche Darstellerin
- 1 männlicher Darsteller
- 2 Liegestühle
- Kissen
- 2 Decken
- optional: Glockengeläut-Sound
Ablauf des Hochzeitsspiels
Ein frisch verheiratetes Paar genießt seine Flitterwochen.
Die Sonne scheint, alles wirkt ruhig – zumindest auf den ersten Blick.
Der Sketch: Die Pizza-Bestellung
Gertrude: Harald, komm doch bitte. Die Sonne ist so schön heute. Wo sind denn die Liegestühle?
Harald: Ich bringe sie sofort.
(stellt die Liegestühle auf)
Gertrude: Kannst du meinen bitte ganz flach einstellen?
Harald: Natürlich.
(stellt den Stuhl ein)
Gertrude: Danke. Ach, Harald… könntest du mir noch ein Kissen holen?
Harald: Ich bin gleich wieder da.
(holt das Kissen)
Gertrude: Danke. Ach – bevor du dich setzt, sieh doch bitte noch kurz nach, ob der Koffer abgeschlossen ist.
Harald: Ja, natürlich.
(geht ab und kommt wieder)
Alles in Ordnung.
Gertrude: Das beruhigt mich.
(lehnt sich zurück)
Ach, wie schön die Sonne ist… Harald?
Harald: Ja?
Gertrude: Könntest du mir meine Zeitschrift holen? Ich wollte noch etwas weiterlesen.
Harald: Natürlich.
(kommt mit Zeitschrift und Buch zurück)
Gertrude: Ach, das Buch hättest du nicht mitbringen müssen. Das strengt die Augen nur an. Bring es doch lieber wieder weg.
Harald: Wenn du meinst…
(geht wieder ab)
Gertrude: Die Männer… man muss wirklich an alles denken.
(ruft)
Harald, setz dich doch gleich hin – aber bring dir vorher noch eine Decke mit… und mir bitte auch eine für die Füße.
Harald: Natürlich.
(holt Decken, mehrfaches Hin und Her)
Gertrude:
(blättert)
Wo ist denn dieser Artikel…?
Harald: Hier bin ich wieder.
Gertrude: Ach, da ist er ja. Hast du die Decke?
Harald: Ja.
Gertrude: Leg sie mir bitte über die Füße. Und dann entspann dich endlich.
(Pause – Harald setzt sich gerade hin)
Gertrude: Moment, Harald… stell meinen Stuhl bitte etwas höher. Ich kann sonst nicht gut lesen.
Harald: Natürlich.
(stellt den Stuhl um)
Gertrude: Danke… das hättest du auch gleich machen können.
(kurze Pause)
Gertrude: Harald?
Harald: Ja?
Gertrude: Da ist eine Fliege.
Harald: Wo?
Gertrude: Dort. Sie stört mich.
Harald: Ich kümmere mich darum.
(versucht sie zu fangen)
Gertrude: Aber bitte vorsichtig. Nicht zerdrücken… bring sie lieber ins Zimmer.
Harald: Natürlich.
(geht ab)
Gertrude:
(seufzt zufrieden)
Harald, komm doch zurück.
Harald: Ich bin wieder da.
(setzt sich)
Gertrude: Hast du die Fliege auch wirklich…?
Harald: Ja.
Gertrude: Da ist sie wieder.
Harald: Das ist bestimmt eine andere.
Gertrude: Sie sieht aber genauso aus…
(Harald springt wieder auf)
Gertrude: Ach nein, lass sie ruhig. Sie stört mich eigentlich gar nicht.
Harald: Gut…
(setzt sich erneut)
(Glockengeläut ertönt)
Gertrude: Hörst du das? Es ist Zeit für Kaffee. Räum doch bitte die Liegestühle wieder weg.
Harald: Natürlich.
(räumt alles ab)
Gertrude: Diese Ruhepause war wirklich wunderbar.
Harald: Ja… sehr erholsam.
Gertrude: Fühlst du dich nicht auch ganz entspannt?
Harald: Doch… wie nach dem Frühsport.
Gertrude: Du kannst eben nie still sitzen.
(beide gehen ab)
Fazit: Ein Sketch, der viele zum Schmunzeln bringt
„Erholsame Flitterwochen“ lebt von kleinen Momenten. Von Situationen, die überzeichnet sind – und trotzdem vielen bekannt vorkommen.
Gerade deshalb passt dieser Sketch so gut auf eine Hochzeit. Er ist leicht umzusetzen, benötigt wenig Vorbereitung und sorgt zuverlässig für Lacher.
Und vielleicht ist es genau dieser liebevolle Blick auf den Alltag, der ihn so besonders macht:
Dass man sich ein wenig wiedererkennt – und gemeinsam darüber lachen kann. 💛